Der Blick fürs Schöne Bengalkatzen haben mich auf Shows immer angezogen wie ein Magnet und vielen Besuchern wird es zweifellos ähnlich ergangen sein, denn der Faszination dieser prächtigen Tiere kann man sich nicht so leicht entziehen - haftet ihnen doch nicht nur das Prädikat "WILD" an, sie können auch so aussehen und sich manchmal so benehmen. Wäre das nicht trotzdem ein unglaublich attraktiver Sofaschmuck? Na ja, das könnte darauf ankommen, wie lange Sie das Sofa behalten wollen. Unter anderem natürlich, denn das hängt von verschiedenen Faktoren ab...
Aber wieviel "Wild" ist den drin? Das lässt sich leider nicht verallgemeinern. Von entscheidender Bedeutung ist, mit welchen Katzen ein Züchter arbeitet, das heißt, wie nahe seine Zuchttiere am Wildtier sind. In der Regel ist ab der F6-Generation (=sechste Filialgeneration = das Kätzchen ist demzufolge sechs Generationen weit vom Wildtier entfernt)kaum mit "Problemen" zu rechnen. Was nun zwangsläufig nicht bedeutet, dass zum Beispiel ein F3-Kitten nicht einen fabelhaften Hausgenossen abgeben würde, das hängt davon ab, mit welcher Ernsthaftigkeit und Hingabe der Züchter an diffizile Aufgabe der Prägung und Sozialisierung seiner Jungtiere herangeht. Sprich,ob dieser im wahrsten Wortsinn selbst in die Hand nimmt oder der Mutter überlässt (überlassen kann). Und inwieweit die natürliche Veranlagung mitspielt - richtig aufgezogen sind die meisten Kätzchen sozusagen kooperativ, bei manchen aber ist jegliche Liebesmüh`vergebens. Allein deshalb sollten Sie bei der Wahl des Züchters sehr penibel sein! Und zwar sowohl hinsichtlich dessen Kompetenz als auch seiner Beweggründe, aus welchen er sich für diese Rasse entschieden hat. Der derzeit so fashionable Wildlook ruft wie jeder wachsende Trend naturgemäß Geschäftemacher auf den Plan, die im Windschatten seriöser Züchter zur Deckung der Nachfrage schnelles Geld wittern. Und Ihnen vielleicht aus dem Käfig heraus für eine satte Summe eine "süße, schmusige, total unkomplizierte" und logischerweise bis ins letzte Haar domestizierte Bengalkatze verkaufen, welche spätesten mit Erreichung der Geschlechtsreife (und auch nach der Kastration) hartnäckig das traute Heim versaut.
Bengalkatzen sind anders Familientauglichkeit lässt sich wie alles andere an den Bengalen auch, nicht erzwingen. Weshalb handzahm nicht mit handlich verwechselt werden darf und was auch nichts mit dem Aussehen zu tun hat. Die eine schaut "Wild" aus und erweist sich als absolut umgänglich, während die andere trotz Hauskatzen-ähnlichen Outfit (die Züchter mögen das entschuldigen, es geht ja nur um den Vergleich) jeden Zweibeiner locker das Fürchten lehrt. Bengalkatzen sind ihrem Lieblingsmenschen zwar ergeben, nicht unbedingt auf Gedeih und verderb, begegnen ihnen aber dennoch mit sehr viel mehr Zuneigung und Toleranz als jedem anderen - soll heißen, dass die Nachsicht oft bei Hausfremden endet und sich nicht einmal zwingend auf andere Familienmitglieder erstrecken muss. Sie diffinieren sehr genau, fühlen sich zu zurückhaltenden Menschen eher hingezogen als zu aufdringlichen (auch wenn`s nett gemeint ist) und haben mit nervösen, flattrigen Zweibeinern so gut wie nichts am Hut. Kindern gegenüber verhalten sie sich wohl zumeist großzügiger und geduldiger - wenn sie nett sind und Respekt zeigen - aber als Spielzeug sind sie nicht geeignet! Und insofern auch nicht unbedingt als Lehrmeister (eine "Funktion", die ja berechtigt den meisten Katzen nachgesagt wird) tauglich, als sie Kindern nicht zur alleinigen Betreuung "überlassen" werden sollten. Selbst wenn Klein Else für die Mieze der Mensch Nummer eins ist, hat beim Zusammensein unsere Aufsichtspflicht Vorrang. Die komplette Bandbreite zwischen "wild und sozialgeschädigt" ist aktuell, das "Grundwesen" bleibt und die liebstew, freundlichste und unkomplizierteste Katze kann, fühlt sie sich in die Enge getrieben, durchaus gefährlich sein.
Bengalen "Minileoparden" Das mag jetzt vielleicht so aufgefasst werden, als wollte ich Ihnen diese umwerfenden Schönheiten madig machen, dem ist selbstverständlich absolut und garantiert nicht so!! Doch die viel gepriessenen "richtigen Hände" sind für die Haltung einer Bengal Cat schlichtweg elementar, man darf sie weder plagen noch in keinster Weise zu was auch immer vergewaltigen suchen, sondern musssie sein lassen. Sie sind nun mal anders, da führt kein Weg dran vorbei. Gemeinsamkeiten zum feliden "Rest" gibt`s trotzdem. Bengalen sind nicht gern allein und brauchen einen (wirklich!)adäquaten Partner, alsosollte "nimm zwei" bei der Realisierung des Projekts "wir wollen eine Bengal" unbedingt Berücksichtigung finden. Und: Vielleicht sind Sie ja schon stolzer Besitzer und keines der hier aufgezählten Attribute trifft auf Ihren Schatz zu - wasmich aufgrund eigener Erfahrung wundern würde, aber darum für Sie und Ihre Katze/n nicht weniger freut. Selbstverständlich differieren die Charaktere der einzelnen Katzen, zweifellos werden sich auch viele Wohnzimmersofas räkeln, nicht die Einrichtung demolieren, ein Katzenkloh mit üblicher Einstreu akzeptieren und -last but not least- wenig bis kleine Einwände gegen eine Showkarriere anmelden. Für Letztere sind sie übrigens erst ab der F4-Generation zugelassen, womit wir wieder bei der Abstammung wären.
Artgerechtes Wohnen Auf der Suche nach dem richtigen Züchter und der passenden Katzen werden Sie vermutlich feststellen, dass sowohl Angebot als auch Haltung inklusive der vom Neubesitzer geforderten Haltungsbedingungen ziemlich auseinander klaffen. Manche Bengalen leben nur im Haus, manche haben ein Gehege unterschiedlichen Ausmaßes zur Verfügung. Was logischerweise die Frage aufwirft, wie viel Platz brauchtdie Katz und ob ein Gehege zwingend nitwendig ist... Das wiederum hängt von der Filialgeneration ab und was die Katzegewöhnt ist = wie das Umfeld aussieht, in dem sie aufgewachsen ist. Eine Sache liegt klar auf der Hand: Garten muß vielleicht nicht unbedingt sein, (wenn Ihr Logis groß genug ist), macht aber unbestreitbar glücklich! Wenn Sie es also auch nur irgendwie einrichten können, bauen Sie ein (unbedingt oben geschlossenes) Gehege, tunlichst größer als ein Handtuch und so artgerecht wie nur möglich. Ob nun mit oder ohne Eigengrün, die größte Freude macht ihr Wasser... Bengalen lösen sich nicht nur bevorzugt in einer Wasserstelle (häufig anderswo überhaupt nicht) und sind exzellente Schwimmer, sondern spielen/jagen auch gern mit/im Wasser = ein Tewich, eine (Kinder-) Badewanne, was auch immer, mit einem darauf schwimmenden Pingpongball (oder Ähnlichem) wird zu einer beinahe nie enden wollenden Unterhaltung. Abgesehen davon ist es ungemein faszinierend( und erheiternd), sie dabei zu beobachten...
Zimmertiger Womit wir nahtlos beim Charakter wären, der über die etwas strapazierte Bezeichnung (auch wenn`s zutrifft) "einzigartig" nähere Definition darf, sich aber aus den schon mehrfach erwähnten Gründen dennoch nicht über einen Kamm scheren lässt. Abgesehen von den genanntenAttributen werden sie als enorm intelligent überall beschrieben, neugierig, aufmerksam, ausgesprochen betriebsam und von einer zärtlichen Anhänglichkeit, die jedes Herz schlicht dahinschmelzen lassen muss. Trotzdem aber keine Katzen für "Langeweiler" die bloß mit der Mieze auf dem Schoß vor dem Fernseher lümmeln möchten. Zumal sie vermutlich besser apportieren als jeder Hund und mit schier unverdrossener Unermüdlichkeit ein geworfenes Spielzeug auch dann noch wiederbringen, wenn die menschlichen Arme schon längst aufgrund schwerster Lähmungserscheinungen als unbrauchbar abgeschrieben werden können. Durchaus sprachbegabt wird das Bengal-Organ jedoch vorwiegend bei Beschwerden genutzt, und dieses lauthals, so dass kein Zweifel an irgendeinem Versäumnis unsererseits aufkommt. Auf den ersten Blick villeicht nicht erkennbar bringen Bengalen für solch eine doch eher schlanke Katze relativ viel Gewicht auf die Waage, vor allem natürlich die Kater, was daran liegt, dass sie ausgesprochen muskulös sind. Aufgrund ihrer wirklich beeindruckende "Muckis" (und weil die Hinterbeine etwas höher sind als die Schultern) verfügen sie über eine enorme Sprungkraft - auf dem Hochschrank mit einem Satz? Aber locker!! Dass Sie da nicht mit einem "normalen" Kratzbaum antanzen dürfen, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Zumal auch hier das "wilde" Erbe wieder insofern durchschlägt, als "Höhe" in Form von Sicherheits/Respektabstand und als Beobachtungsposten von enormer Wichtigkeit ist. Die vorliebe für Wasser wurde schon ausgesprochen (sichern Sie unbedingt Ihr Aquarium oder machen es dem Nachbarn zum Geschenck...) sowie auch die Tatsache, dass viele Bengalen trotz wunderbarer Familientauglichkeit trotzdem oft nicht ausschließlich an ein konvenzionelles Katzenklo mit Einstreu zu gewöhnen sind und der Besitzer trickreich Alternativen anbieten muss. Und die rechtzeitige Kastration auf keinen Fall verschlampt werden darf, weil auch Weibchen dazu neigen, ihr Revier zu markieren!!
Tiergarten Zur wesentlichen Denkbarkeit im Vorfeld gehört (eigentlich immer) die möglichkeit präzise Definition der Vorstellungen. Zählen Sie nun zu den wenigen Ausnahmemenschen, deren Sinn weniger nach einem streichelweichen Zimmertiger steht, sondern eher nach Beobachten in "natürlicher" Umgebung und Privatzoo (sofern Sie über genügend Platz verfügen, bei größe uns Ausstattung des Geheges nicht knausern und mit Behörden "leben" könne), muss der Wunsch nicht unerfüllt bliben. Einige Züchter verweisen definitiv darauf hin, dass ihre Tierenicht für die Wohnungshaltung geeignet sind - weil der "Züchter" die Mühe der Sozialisierung scheut!!! Woraus sich in logischer Konsequenz ergibt, dass es mit Gehegebauen und Katze/nkaufen nicht getan ist. Wer davon abgesehen den nötigen Respekt sowie die Geduld aufbringt und sich feinfühlig bemüht, kann aber mit unglaublichen Glücksmomenten belohnt werden. Ein "stilles" Glück, wie es nur die Annährung an ein Wildtier möglich macht.
Baby-Alarm bei den "Mini-Leoparden"
Sie sind sehr robust, schwimmen gern und apportieren besser als die
meisten Hunde: Die Bengalkatzen, die Rabih Kateh mit ebenso viel
Sorgfalt wie Fachwissen züchtet. Momentan herrscht Baby-Alarm im neuen
"Mini-Leoparden"-Gehege in Todenbüttel.
Todenbüttel - "Das war Liebe auf den
ersten Blick", sagt Rabih Kateh über seine erste Begegnung mit seinen
absoluten Lieblings-Vierbeinern, "als ich die gesehen hab’, war ich
sofort hin und weg!" Bei einer Katzenschau in den Neumünsteraner
Holstenhallen vor fünf Jahren war es, als der gebürtige Libanese genau
die ideale Rasse für seine eigenen züchterischen Ambitionen entdeckte:
die Bengalkatze. "Die sind robust und widerstandsfähig und lange nicht
so anfällig wie andere Rassekatzen", erklärt Kateh die Hauptgründe, die
ihn zum überzeugten Bengalen-Fan machte, "und das liegt an deren
Abstammung: Das Immunsystem der wilden Bengalkatze ist absolut
unschlagbar." Von diesem wilden Verwandten sind die aktuellen
Bengal-Stubentiger gar nicht so weit entfernt. "Die gibt’s erst seit 20
Jahren", weiß der Todenbütteler, "das ist noch eine relativ junge
Rassekatze." In der Regel sei nicht mehr mit wildheitsbedingten
Problemen zu rechnen, wenn sechs Generationen zwischen Wildtier und
Stubenkätzchen lägen. "Man spricht dann von der sechsten
Filialgeneration beziehungsweise von der F6-Generation", erläutert der
Züchter, "und alle meine Katzen sind F6-Katzen." Die Bengalen-Sippe,
die vor dem Kateh’schen Eigenheim in einem 125 Quadratmeter großen
Gehege haust, bezeichnet Kateh als "Meute" - und die besteht aus Kater
Leopold, den Katzendamen Mickey, Shecky, Xena und Malika sowie sechs
Katzenbabys. "Nachts kommen die alle zu uns ins Haus, damit sie den
nötigen Sozialkontakt haben."
Der Harem von Leopold wurde bei Zuchtbeginn vor fünf Jahren sorgfältig
ausgewählt. Es gebe beim Bengalenfell vier verschiedene Marmorierungs-
und Fleckvarianten, vermerkt Kateh: "Und ich hab’ sie alle." Eine von
den Todenbütteler Katzenmüttern hat kürzlich nebenbei eine lukrative
Model-Karriere gestartet. Im Juli absolvierte Malika ein Foto-Shooting
in Hamburg. "Sie ist nun auf den Verpackungen des
Katzenfuttersortiments von REWE in Österreich drauf", freut sich ihr
stolzer Besitzer. Klar, dass Kateh von der "umwerfenden Schönheit"
seiner "Mini-Leoparden" schwärmt. Aber auch die sonstigen physischen
und charakterlichen Qualitäten der Bengalen haben es ihm angetan. "Sie
haben so einen Nasenbuckel wie die Löwen, und der ganze Körperbau ist
anders als bei den anderen Rassekatzen: Sie haben vorne kurze und
hinten ganz lange Beine - die sehen wie ein Sportwagen aus." Was
passenderweise mit eindrucksvollen Beschleunigungswerten einhergehe:
"Die sind unheimlich schnell von 0 auf 100."
Fitness und Agilität sind weitere Markenzeichen der Bengalkatzen: "Die
neigen nicht zum Easygoing", sagt Kateh, "sich voll schlagen und aufs
Sofa fläzen, ist nicht ihr Ding." Lieblingsbeschäftigungen sind Spielen
im Wasser, Fischfang - und Apportieren. "Die eignen sich nicht als
Sofaschmuck, sondern sind mehr so die Hunde unter den Katzen", fasst
Kateh zusammen, um dann noch von den geistigen Fähigkeiten seiner
Bengalen zu schwärmen. "Die sprechen einen an, die wollen mit einem
schnacken und einem erzählen, was sie wieder alles Großartiges erlebt
haben. Dann machen sie so eigenartige Geräusche: das ist kein Miauen,
sondern mehr so ein Schnattern wie bei Enten und Gänsen. Die versuchen,
die Tonlage von uns Menschen zu treffen - und das ist für mich ein
Zeichen von Intelligenz!"